Montag! Die Woche starte ich normalerweise mit einer schönen Laufeinheit in der Natur. Das kennt ihr schon von mir.
Was ist also heute los? Hat der innere Schweinehund heute gewonnen? Was war oder ist der Grund?
Ich starte mit einer Gegenfrage: Wie achtsam bist du mit deinem Körper? Spürst du die Signale, die er dir sendet? Nimmst du sie wirklich wahr? Kannst du unterscheiden – ist es der innere Schweinehund, der gerade siegt oder gehst du achtsam mit dir selbst um?
Rituale sind wichtig, sie helfen uns, Sicherheit zu empfinden, sie unterstützen uns dabei, neue Gewohnheiten zu etablieren, sie führen uns an unsere Ziele. Doch was machen wir, wenn unsere Rituale in Konflikt mit dem achtsam gespürten Gefühl stehen?
Gehen wir über die Gefühle hinweg, weil wir ein Commitment eingegangen sind, weil wir uns selber verpflichtet haben, die Rituale zu erfüllen? Was macht das mit uns? Fühlen wir uns anschließend klein und schwach, wenn wir unsere Rituale nicht erfüllt haben? Wie gehen wir mit uns um, wenn wir auf uns achten und unser Gefühl über die Rituale stellen?
Jede Position hat zwei Seiten. Wir können uns schwach und unzulänglich fühlen, weil wir achtsam auf die Signale unseres Körpers gehört und die Rituale ausfallen lassen haben. Genauso können wir stolz auf uns sein, dass wir uns für uns und unser Wohlbefinden entschieden haben, anstatt stur Ritualen oder Systemen zu folgen.
Ich nenne das Selbstwirksamkeit entfalten. Denn ich kann durchaus gleichzeitig stolz auf meine Entscheidung sein, nicht stur meinen Ritualen gefolgt zu sein, auf die Signale meines Körpers achten zu können und dabei froh und dankbar für meine Rituale sein.
Mein Körper hat mir heute signalisiert, dass es keine gute Idee ist, heute Morgen laufen zu gehen. Darauf habe ich geachtet und fühle mich gut mit der Entscheidung, denn so kann ich meinem Körper die nötige Regeneration zukommen lassen.
Gleichzeitig entwickelt sich schon Vorfreude, vielleicht schon morgen mit einem wunderbaren Lauf in der Natur zu starten und dem Ritual seinen Platz zu geben.
In diesem Sinne, gebt euch einen Moment, achtet auf die Signale eures Körpers und spürt, wie gut sich Selbstwirksamkeit anfühlt.