… manchmal ist es näher, als du denkst.

 

Corona ist aktuell das allzeit bestimmende Thema. Und ja, es nervt gewaltig. Die Situation, die Kommunikation und das ganze Drum und Dran verbreiten Unsicherheit, Angst, Stress. Unser Motto ist ja „Schluss mit Stress und Hektik“ und dennoch sind wir nicht davor gefeit, selber mal in die Falle zu tappen. 

Worauf ich hinaus will ist Folgendes. Wenn erfahrene Trainer und Coaches durch diese besondere Situation schon in alte Muster verfallen, vollkommen verunsichert werden und relativ viel Zeit benötigen, um aus der Situation herauszukommen, was macht das dann wohl mit Menschen, die nicht so reflektiert und trainiert sind? 

 

Analytische Bestandsaufnahme:

4 Stunden tägliche Flucht ans Smartphone

nur 1 x Sport in der letzten Woche

Meditation nur 2 x

täglich nur noch 6 Stunden Schlaf

Stress-Schokolade

Aggressive Grundstimmung, Gereiztheit 

Leistungsfähigkeit bei maximal 50 %

Ablenkung, Ausflüchte, Ohnmacht

unruhige Nächte

 

Vielleicht kennst du das ja auch und suchst nach einer Lösung, wie du hier wieder rauskommst …

 

Die Vorgeschichte.

Letzte Woche war es so weit, steigende Fallzahlen, Nervosität von allen Seiten und dann die Nachricht von einem unserer Söhne. Einer seiner Freunde ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Unser Sohn und seine Freunde hatten am Wochenende davor zusammen Fußball geschaut – Coronakonform, aber trotzdem … Nun begann die ganze Litanei, Überweisung organisieren, Termin im Testzentrum machen, häusliche Isolation des eigenen Kindes, Abstand, das ganze Programm. 

Da wir die Nachricht erst am Dienstagabend bekamen, konnten wir erst am Mittwoch mit der Organisation beginnen.

Am Donnerstag der Termin. Nach zwei Stunden Wartezeit wird unser Sohn ungetestet nach Hause geschickt. Das Kreuz auf der Überweisung ist nicht an der richtigen Stelle, neue Überweisung, neuer Termin … Inzwischen dreht der andere Sohn durch – hatte er doch mit Freunden etwas geplant, woran er jetzt deshalb nicht teilnehmen kann, Gezeter, Diskussionen, Stress pur. 

Bei uns geht natürlich auch sofort das Kopfkino los, was machen wir mit unseren Kunden? Was ist, wenn wir in Quarantäne müssen? Was passiert mit uns? Wann müssen wir zum Test? Was hat das für Auswirkungen?

 

Rückblickend ist Folgendes passiert und folgende Emotionen haben wir durchlaufen. 

 

Der erste Gedanke: Erstmal Infos einholen, Essensplan machen für die nächsten zwei Wochen, Einkaufen, Termine koordinieren. Der Plan ist schnell gemacht, der Einkauf nach einigen Strapazen erledigt (aktuell ist der Einkauf für mich Stress pur, sind doch viele der Meinung, sie tragen doch ne Maske, da kommt es auf Abstand und Anstand doch nicht an …) Hektik, Unruhe, Stress. 

Alles um uns herum beim Einkauf ist in sich gefangen, unachtsam, unabsichtlich rücksichtslos. Rentner und Risikogruppen ohne Ende in den Märkten, überfordert mit der Situation, genau wie wir selbst. 

Gott sei Dank bleibt uns das in den nächsten zwei Wochen erspart, denke ich und weiß, dass Antje genau so empfindet. Wir verbringen den Mittwoch also damit, alles zu organisieren für den Fall der Fälle. Die Emotionen kochen da schon mal hoch. Auch das unsägliche Ohnmachtsgefühl taucht wie aus dem Nichts auf und zerrt an mir. Ablenkung, Surfen, Facebook, Arbeiten, alles schön im wechselnden Takt. Immer wieder neue Nachrichten, Zahlen, Daten, Fakten, ist das relevant? Egal. Wir landen in einer Endlosschleife, sind müde, energielos, unmotiviert. 

Wir schaffen nur noch die Hälfte von unserem sonstigen Pensum und bleiben dadurch noch länger im Büro. Sport bleibt auf der Strecke, Pausen auch – gefühlt zumindest. Die Folge daraus? Zu wenig Schlaf, mangelnde Regeneration, Abbau der Widerstandskräfte und des Immunsystems. Wir spüren, wie es uns runterzieht, kommen aber nur bedingt aus der Schleife. Es passiert einfach zu viel. 

Die Situation mit der „falschen“ Überweisung und der absolut inkompetenten Handhabung trägt nicht dazu bei, dass wir wieder Vertrauen und Zuversicht spüren. Am Donnerstag zumindest ein Highlight – ab in den Wald. Walk und Talk mit Abstand. Schon der erste Schritt lässt uns spüren, wie die Energie zurückkehrt und das, obwohl es in Strömen regnet. Nach 45 Minuten müssen wir abbrechen, erstens sind wir nass bis auf die Unterhose, zweitens Gewitter. 

Der Donnerstag ist zumindest teilweise gerettet, denken wir. Am Freitag noch der neue Termin zum Test und dann sollte es Richtung „Normalität“ gehen. Na ja. Das Abwarten und die Erkenntnis, dass zwei Wochen Einkauf gar nicht ausreichen, da wir nämlich bis schlimmstenfalls zum 13.11. in Quarantäne müssten, zieht uns erneut den Boden unter den Füßen weg. Wir besinnen uns auf unsere Tugenden, unser Gelerntes, unsere Überzeugungen. Das hilft uns, wieder einen Schritt in Richtung Normalität zu machen.

Am Samstag und Sonntag heißt es noch immer, abzuwarten. Warten auf das Testergebnis. Was für eine blöde Situation. Aber hier waren wir mittlerweile schon so weit wieder in unserer Selbstbestimmung, dass uns das nichts ausmachte. Doch der Weg dahin war sehr steinig und hat uns gezwungen, unsere Achtsamkeit neu zu trainieren, in neuer Form auf uns zu blicken und achtzugeben.

Sonntagnachmittag dann erstmal die Entwarnung. Testergebnis negativ.

 

Was haben wir konkret getan?

 

Wir haben uns auf uns besonnen. Was steckt in uns? Wo wollen wir hin? Was ist gut an dieser Situation? Was können wir daraus lernen? Wie gut sind wir selbst im Umgang mit Stress? 

Seit Samstag geht es wieder gut voran. Die Leistungsfähigkeit wird von Tag zu Tag besser und wir sind wieder deutlich ruhiger und ausgeglichener. Wir haben unseren Fokus neu gesetzt, haben geplant und überlegt, was sind die nächsten Schritte und haben uns ausreichend Pausen und Ruhe zugestanden. Haben uns dem Kochbuch gewidmet und der Website, haben gemütlich Filme auf der Couch genossen und am Samstag ein wenig Zeit im Garten verbracht. Es sind die einfachen Dinge, die uns immer wieder erden. 

Die Freude darüber, die ersten Seiten des Kochbuchs fertigzustellen, das Eichhörnchen im Garten zu beobachten, ein gutes Essen zu kochen, gemütlich beisammen zu sein, auszuschlafen … 

Wie kann dir das nun helfen? 

 

Der Ausstieg aus einer solchen Situation gelingt, wenn wir unseren Fokus neu setzen. Hier sollten es einfache Dinge sein. Routinejobs im Idealfall – Dinge, bei denen wir nicht überlegen müssen, wie es geht, sondern Dinge, die wir schon so oft getan haben oder die so einfach sind, dass es kaum Gedanken bedarf. Rasen mähen, Einfahrt fegen, Laub harken, Staub wischen, spazieren gehen und dabei versuchen, Neues zu entdecken, aufräumen usw. Ich hoffe es ist klar, worauf es ankommt.

Mit diesen einfachen Aufgaben sollte es dir gelingen, aus diesem Hamsterrad auszusteigen. Dann suchst du dir eine Aufgabe oder eine besonders schöne Art, Pause zu machen und leitest die Regeneration ein. Anschließend solltest du dich neu fokussieren können. Gelingt das nicht – zurück auf Anfang …

Hilfreich sind auch Meditationen, bewusste Auszeiten, wie einen Film auswählen und bewusst schauen (nicht sinnlos im TV rumzappen – das führt nur zu Frust und wieder zurück zu den anderen Ablenkungen).

Wenn du mehr erfahren willst, komm einfach mal mit zum Walk und Talk am Donnerstag oder mach einen unverbindlichen Termin – wir sprechen drüber.